Wer einen Garten neu anlegen, umgestalten oder regelmäßig pflegen lassen möchte, steht schnell vor der Frage nach den Kosten. Die Antwort lässt sich nicht pauschal geben, denn der Preis hängt von Fläche, Untergrund, Materialwahl und dem Umfang der Arbeiten ab. Dieser Überblick zeigt typische Preisbereiche für Planung, Bau und laufende Pflege, erklärt die wichtigsten Kostenfaktoren und hilft dabei, Angebote besser einzuordnen.
Alle genannten Beträge sind Richtwerte inklusive Mehrwertsteuer und können je nach Anbieter, Region und Aufwand abweichen. Sie dienen als Orientierung, nicht als feste Kalkulation.
Wovon die Kosten im Garten- und Landschaftsbau abhängen
Jeder Preis setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen: Material, Arbeitszeit, Maschineneinsatz, Anfahrt und Entsorgung. Zwei Gärten mit derselben Fläche können deshalb sehr unterschiedlich teuer werden.
- Fläche und Form: Große, rechteckige Flächen sind günstiger zu bearbeiten als verwinkelte Bereiche mit vielen Sonderlösungen.
- Zustand des Untergrunds: Verdichteter Boden, Altpflaster, Wurzeln oder Bauschutt erhöhen den Aufwand deutlich.
- Zugänglichkeit: Sind Maschinen einsetzbar oder muss alles per Hand transportiert werden?
- Materialwahl: Betonpflaster, Naturstein, Holz oder Verbundwerkstoffe unterscheiden sich im Preis erheblich.
- Erdarbeiten: Aushub, Bodenaustausch und Entsorgung gehören zu den größten Kostenposten.
- Ausstattung: Bewässerung, Beleuchtung, Teich oder Gartenhaus treiben die Summe nach oben.
- Eigenleistung: Wer selbst mitarbeitet oder Vorarbeiten übernimmt, spart Arbeitszeit.
- Zeitpunkt: In der Hauptsaison sind Termine und Stundensätze oft höher als in ruhigeren Monaten.
Typische Preise nach Leistungsbereich
Planung und Beratung
- Erstberatung vor Ort: häufig kostenlos bis etwa 150 Euro
- Gartenplanung mit Pflanzplan: rund 500 bis 2.500 Euro für Privatgärten
- Planung nach Fläche: etwa 10 bis 30 Euro pro Quadratmeter
- Ausführungsplanung bei komplexen Projekten: 1.500 bis 5.000 Euro
- Bauleitung und Begleitung: etwa 5 bis 10 Prozent der Bausumme
Erdarbeiten und Untergrund
- Aushub: 20 bis 60 Euro pro Kubikmeter
- Bodenaustausch: 25 bis 60 Euro pro Kubikmeter
- Entsorgung des Aushubs: 20 bis 50 Euro pro Kubikmeter
- Fräsen und Verdichten: 3 bis 8 Euro pro Quadratmeter
- Drainage: 30 bis 80 Euro pro Quadratmeter oder laufendem Meter
Wege, Einfahrten und Terrassen
- Pflasterarbeiten im Garten: 60 bis 150 Euro pro Quadratmeter
- Einfahrt mit tragfähigem Unterbau: 90 bis 180 Euro pro Quadratmeter
- Terrasse aus Holz oder Verbundwerkstoff: 150 bis 350 Euro pro Quadratmeter
- Terrasse aus Naturstein oder Keramik: 120 bis 300 Euro pro Quadratmeter
- Trockenmauer: 150 bis 400 Euro pro Quadratmeter
- Gabionenwand: 200 bis 400 Euro pro Quadratmeter
Rasen und Bepflanzung
- Neuansaat: 3 bis 8 Euro pro Quadratmeter
- Rollrasen inklusive Vorbereitung: 8 bis 20 Euro pro Quadratmeter
- Stauden- und Gräserbeet: 20 bis 60 Euro pro Quadratmeter
- Hecke pflanzen: 30 bis 90 Euro pro laufendem Meter
- Bodendecker: 10 bis 25 Euro pro Quadratmeter
Zäune, Sichtschutz und Kleinbauten
- Sichtschutzzaun: 100 bis 250 Euro pro laufendem Meter
- Einfacher Drahtzaun: 40 bis 90 Euro pro laufendem Meter
- Gartenhaus aufstellen: 2.000 bis 8.000 Euro, Fundament meist extra
Bewässerung, Beleuchtung und Teich
- Bewässerungsanlage: 15 bis 35 Euro pro Quadratmeter oder 2.000 bis 6.000 Euro pauschal
- Gartenleuchte inklusive Verkabelung: 100 bis 250 Euro pro Leuchte
- Teich anlegen: 80 bis 250 Euro pro Quadratmeter Wasserfläche
Faustregel: Für eine komplette Neuanlage mit Erdarbeiten, Wegen, Pflanzung und Rasen werden häufig 80 bis 250 Euro pro Quadratmeter berechnet. Einfache Lösungen können ab etwa 40 bis 60 Euro pro Quadratmeter beginnen, aufwendige Gärten mit Naturstein, Bewässerung und Beleuchtung liegen darüber.
Laufende Pflege: Was regelmäßige Gartenpflege kostet
Viele Gartenbesitzer unterschätzen die Kosten, die nach der Fertigstellung entstehen. Wer die Pflege vollständig abgibt, zahlt je nach Gartengröße und Intervall einen laufenden Betrag.
Abrechnung: Stundenlohn oder Pauschale
- Stundenlohn für Gartenpflege: 30 bis 60 Euro pro Stunde
- Stundenlohn für spezielle Baumpflege: 50 bis 90 Euro pro Stunde
- Monatspauschale für kleinere Gärten: 80 bis 300 Euro
- Monatspauschale für große Gärten mit Baumbestand: 300 bis 1.000 Euro
- Anfahrt: häufig 20 bis 50 Euro pro Einsatz
Richtwerte für typische Pflegearbeiten
- Rasen mähen: 0,30 bis 1,00 Euro pro Quadratmeter oder 30 bis 60 Euro pro Einsatz
- Rasen vertikutieren und düngen: 1 bis 3 Euro pro Quadratmeter
- Hecke schneiden: 5 bis 15 Euro pro laufendem Meter, Formschnitt entsprechend mehr
- Baumrückschnitt: 200 bis 800 Euro pro Baum, größere Kronenpflege 800 bis 2.000 Euro
- Laub entfernen: 30 bis 80 Euro pro Stunde oder als Pauschale
- Beete jäten und pflegen: 30 bis 60 Euro pro Stunde
Jahreskosten im Überblick
- Kleiner Garten bis etwa 200 Quadratmeter: 500 bis 1.200 Euro pro Jahr
- Mittlerer Garten bis etwa 500 Quadratmeter: 1.200 bis 2.500 Euro pro Jahr
- Großer Garten mit Baumbestand: 2.500 bis 5.000 Euro pro Jahr und mehr
Die Werte gehen von einer regelmäßigen Pflege im Abstand von zwei bis vier Wochen aus. Werden nur einzelne Leistungen gebucht, fallen die Kosten niedriger aus, dafür bleibt mehr Arbeit in eigener Hand.
Angebote richtig vergleichen
- Positionen prüfen: Ein gutes Angebot listet Material, Mengen und Arbeitsleistungen einzeln auf statt nur eine Gesamtsumme zu nennen.
- Materialqualität erfragen: Günstige Preise entstehen oft durch einfachere Steine, dünnere Hölzer oder geringere Erdreichschichten.
- Entsorgung und Anlieferung klären: Diese Posten werden gern vergessen und machen schnell mehrere Hundert Euro aus.
- Eigenleistung ansprechen: Viele Betriebe ziehen selbst erbrachte Vorarbeiten vom Preis ab.
- Zeitplan und Gewährleistung festhalten: Klare Vereinbarungen zu Terminen und Mängelansprüchen vermeiden Streit.
- Mehrere Angebote einholen: Zwei bis drei Vergleichsangebote zeigen, ob der Preis marktüblich ist.
- Abrechnungsart beachten: Pauschalpreise geben Planungssicherheit, Stundenlohn lohnt sich bei schwer kalkulierbaren Arbeiten.
So lassen sich Kosten senken
- Einfache Arbeiten wie Rückbau, Erdarbeiten oder Aufräumen selbst übernehmen
- Nur Teilbereiche umgestalten statt den gesamten Garten neu anzulegen
- Standardmaterialien wählen statt Sonderanfertigungen
- Pflanzungen im Herbst durchführen, wenn Betriebe freie Kapazitäten haben
- Vorhandenes Pflaster oder Baumaterial nach Möglichkeit wiederverwenden
- Rasenflächen zugunsten pflegeleichter Beete reduzieren
- Einen Pflegevertrag mit festen Intervallen abschließen statt Einzeleinsätze zu buchen
Häufige Fragen zu den Kosten
Was kostet ein komplett neuer Garten?
Für eine schlüsselfertige Neuanlage mit Erdarbeiten, Wegen, Pflanzung und Rasen liegt der Richtwert meist zwischen 80 und 250 Euro pro Quadratmeter. Bei 300 Quadratmetern ergibt das grob 25.000 bis 75.000 Euro. Einfache Lösungen sind ab etwa 40 bis 60 Euro pro Quadratmeter möglich.
Was kostet die laufende Pflege pro Monat?
Für kleinere Gärten sind 80 bis 300 Euro pro Monat üblich, bei großen Flächen mit Baumbestand entsprechend mehr. Werden nur einzelne Arbeiten vergeben, sinkt der Betrag deutlich.
Ist ein Pauschalpreis günstiger als der Stundenlohn?
Das lässt sich nicht allgemein sagen. Eine Pauschale schützt vor Nachforderungen und erleichtert die Planung. Der Stundenlohn ist vorteilhaft, wenn der Aufwand schwer einzuschätzen ist und weniger Arbeit anfällt als gedacht.
Wie lange dauert eine Neuanlage?
Kleinere Umgestaltungen sind oft in wenigen Tagen erledigt. Eine vollständige Neuanlage dauert je nach Umfang ein bis drei Wochen, bei aufwendigen Projekten auch länger.
Fazit
Die Kosten im Garten- und Landschaftsbau bewegen sich je nach Umfang in einer großen Spanne: Eine komplette Neuanlage kostet meist zwischen 80 und 250 Euro pro Quadratmeter, die laufende Pflege je nach Gartengröße einige Hundert bis mehrere Tausend Euro pro Jahr. Wer mehrere Angebote vergleicht, Positionen genau prüft und Eigenleistung einbringt, kann die Summe spürbar senken. Als Orientierung gilt: Erst den Bedarf festlegen, dann Preise vergleichen und den Umfang schrittweise erweitern. Weitere Ratgeber rund um Haus, Garten und Alltag ergänzen diesen Überblick.